| Hilferufe an die Landespolitik und an den Kreis verhallten bisher |
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Anmerkungen zum Artikel
Die öffentliche Sportförderung beruht auf drei Grundsätzen, der Autonomie des Sports, der Subsidarität der Sportförderung und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Subsidär bedeutet, dass die Förderung dazu dient, die Sportvereine nur insoweit bei der Erfüllung der selbstgewählten Aufgaben zu unterstützen, wie diese dazu selbst nicht in der Lage sind. Es ist grundsätzlich zu
hinterfragen, ob und mit welcher Begründung die Kommunen in welchem Umfang Finanzmittel für den Sport bereitstellen und die selbstgewählten Aufgaben der Sportvereine auch im Interesse der kommunalen Sportförderung liegen.
Die Förderung des Sports durch die öffentliche Hand wird auf den verschiedenen politischen Ebenen betrieben. Es gibt eine Aufgabenteilung zwischen Bund, Ländern und Landkreisen mit den Städten und Gemeinden.
Der Bund beschränkt seine Förderung im Wesentlichen auf den Leistungs- und Hochleistungssport. Hier sind insbesondere die Unterstützung der Spitzenverbände des deutschen Sports sowie die Olympiastützpunkte hervorzuheben.
Das Land Brandenburg ist zuständig für den Sport im Bildungsbereich, teilweise für den Sportstättenbau, für den Leistungssport (D- Kader) und unterstützt den Landessportbund Brandenburg im Rahmen seiner satzungsgemäßen Zwecke insbesondere im Bereich der Sportförderung für besondere Zielgruppen wie Übungsleiter, Behindertensport, Jugendsport etc..
Die kommunale Sportförderung fördert im weiteren Sinne den nichtorganisierten Freizeitsport, in einem engeren Sinne den organisierten Sport, insbesondere durch den Bau und die Unterhaltung von Sportanlagen und die direkte Sportförderung der Vereine in unterschiedlicher Form. So werden durch den Landkreis Dahme- Spreewald und die Städte und Gemeinden Übungsleiterzuschüsse, Fahrtkosten,
Investitionszuschüsse für Bauvorhaben der Vereine, Trainingslager, die Anschaffung von Sportgeräten etc. gefördert. Der Landkreis Dahme-Spreewald lässt sich seine direkte Sportförderung für 170 Sportvereine mit 21.000 Mitgliedern jährlich 250 TEuro kosten. Die Stadt Königs Wusterhausen fördert den organisierten Sport direkt jährlich schätzungsweise mit 300 TEuro. Andere Städte und Gemeinden im Landkreis stehen dem nicht nach. Diese Zahlen berücksichtigen nicht die in allen Kommunen stark subventionierten Nutzungsgebühren für öffentliche Sportanlagen, die die v. g. Zahlen bei weitem übersteigen.
Vor dem Hintergrund dieser Förderkulisse werden nun Hilferufe an die Landespolitik und an den Landkreis erneuert. Gleichzeitig wird Kritik an die Stadt Königs Wusterhausen gerichtet, die sich nicht zum Bau einer Bundesliga-Halle habe durchringen können. Bitte lassen Sie die Kirche im Dorf! Wer oder was soll hier im Rahmen der öffentliche Sportförderung also aus Steuermitteln unterstützt werden?
Wäre die wirtschaftliche Entwicklung durch den Bau einer Bundesliga- Halle in Königs Wusterhausen für den Verein eine andere? Wenn die Stadt oder der Landkreis für die neue Halle am Oberstufenzentrum in Königs Wusterhausen die Mittel für den Bau einer Bundesliga-Halle bereitgestellt hätte, wäre die öffentliche Hand, bei möglichen sportlichen Veränderungen in einer schnelllebigen Zeit, für 50 Jahre auf den erhöhten Betriebskosten sitzen geblieben.
Der Volleyballverein Netzhoppers Königs Wusterhausen e. V. spielt in der 1. Volleyball Bundesliga. Für die Organisation, Werbung und Marketing des Liga - Spielbetriebes hat der Verein Netzhoppers Königs Wusterhausen e. V. die Ballsport - Liga GmbH ,in der der Verein Hautgesellschafter ist, gegründet. Die Ballsport-Liga GmbH hat entsprechend ihrem Hauptgeschäftsfeld die Vermarktung der Volleyball - Bundesliga zu verantworten. Dies gelingt aus verschiedensten Gründen nicht, es wird behauptet, die wirtschaftliche Unterstützung aus der Region reicht nicht aus.
Auf den Gedanken, dass die wirtschaftliche Kraft der Unternehmen der Region nicht ausreichen könnte und seitens der regionalen Wirtschaft in Zeiten der Finanzkrise andere Prioritäten Vorrang haben, sind die Verantwortlichen wohl noch nicht gekommen. Auch dass Unternehmen der Region unterschiedliche Interessen im Bereich Sponsoring entsprechend ihres Geschäftsfeldes und ihres Klientels, verfolgen ist doch nachvollziehbar. Vielleicht sollten die Verantwortlichen bei der Ballsport-Liga GmbH ihr Geschäftsmodell auf Machbarkeit prüfen und nicht Geld in Größenordnungen ausgeben, das sie nicht haben. Falls es noch nicht angekommen ist : Sportliche Leistungsfähigkeit ist käuflich und somit eine Frage des Geldes.
Bestes Beispiel ist die TSG 1899 Hoffenheim. Weiterhin ist die Frage zu klären, ob die Unterstützung einer GmbH eine Maßnahme der Sportförderung- oder der Wirtschaftsförderung darstellt. Auch im letzteren Fall sollte man eine Gleichbehandlung von Unternehmen in gleicher Lage sicherstellen.
Neben der öffentlichen Förderung werden durch die Kommunen Bestensee und Königs Wusterhausen Sponsorengelder in Größenordnungen für die Lizenzspielerabteilung zur Verfügung gestellt, die in vielen Sportvereinen zur Sicherung und Betreibung der Sportstätten für den Freizeit- und Breitensport von Kindern und Jugendlichen, für Fahrten zu Turnieren und Wettkämpfen, zum Kauf von Sportmaterial bis hin zu Investitionen fehlen. Darüber hinaus nehmen zahlreiche Politiker Einfluss auf kommunale Gesellschaften und Stiftungen, den Bundesliga-Spielbetrieb mit Sponsorengeldern und Zuwendungen zu unterstützen. Diese Mittel werden somit den Kommunen im Rahmen der Gewinnausschüttung entzogen und an den öffentlichen Haushalten vorbei gezahlt. Wir wollen doch bei uns keine Neuruppiner oder Eberswalder Verhältnisse! Wo bleibt hier die Gleichbehandlung der Sportvereine. Könnten die zahlreichen Kegler, Judokas, die Hand- und Fußballer, Wassersportler nicht bei entsprechender wirtschaftlicher Unterstützung in höheren Spielklassen und -ligen überregional auch auf die Region aufmerksam machen?
Werden diese zahlreichen Sportvereine auf Grund ihres Verantwortungsvollen wirtschaftlichen Handelns etwa benachteiligt oder zum Nachahmen animiert?
"Jetzt zählt jeder Hunderter, um das Überleben der Mannschaft zu sichern." Vielleicht sollten die zahlreichen Politiker, die von Wochenende zu Wochenende im VIP- Bereich der Netzhoppers die Spiele verfolgen mal in ihre eigene Tasche greifen und ihre Eintrittskarte bezahlen. Das hilft ja vielleicht schon weiter. Denn jeder Hunderter zählt! Heute beschäftigt sich der Kreistag mit der Problematik, gleiches Engagement seitens der Kreispolitik würde sich der Sport zu existenziellen Fragen des Sports im Landkreis wünschen z. Bsp. für ein langfristiges Investitionsprogramm für Sportvereine zur Sanierung von Sportanlagen. Hierbei geht es u. a. um die energetische Sanierung von Vereinsgebäuden, Instandsetzung von Sportplätzen und anderer Sportanlagen, die für den täglichen Sportbetrieb der Mitglieder unerlässlich sind. Der Instandhaltungsrückstau wird seitens des KSB auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
René Klaus
Vorsitzender Kreissportbund Dahme -Spreewald e. V.
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